Warum Politiker lügen müssen
20. Januar 2009
Die Hessenwahl ist Vergangenheit und die Ergebnisse nun auch amtlich. Die Verteilung ist hinlänglich bekannt und Roland Koch der alte und neue Ministerpräsident von Hessen, auch wenn ihn eigentlich keiner so richtig will.
Kurz nach den ersten Hochrechnungen war klar, dass die CDU noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen ist, da viele CDU-Wähler zumindest den favorisierten Koalitionskandidaten FDP das Kreuz geliehen haben. Andrea Ypsilanti war “vermutlich” der Grund für das Desaster der SPD, die es im Jahr 2008 nicht geschafft hatte eine stabile Regierung mit den Grünen und den Linken zustande zu bringen. Also alles auf Null und nochmal wählen! Roland Koch nahm sich zurück und wandte sich mit einer Kuschelkampagne an die Wähler mit Slogans wie “In Zeiten wie diesen…” oder “Auf ein erfolgreiches neues Jahr”. Nichts mehr mit “ausländische Kriminelle müssen sofort des Landes verwiesen werden” oder dergleichen. Genutzt hat es ihm offensichtlich nichts, denn 37,2% (hr-online) ist kein gutes Ergebnis und liegt mit 0,4% höher als das von 2008. Also hat er von dem SPD-Desaster nicht profitieren können, wie auch die Menschen (Wähler) vergessen zwar, aber nicht so schnell. Also erklärt der alte und neue Ministerpräsident die Wahl zu einem Erfolg für das “bürgerliche Lager” und lügt schon das erste mal, da er es einfach nicht schafft die Wahrheit zu sagen, denn das schickt sich scheinbar für einen CDU-Politiker nicht.
Kurz darauf tritt Andrea Ypsilanti auf und erklärt ihren Rücktritt von ihren Ämtern (eigentlich viel zu spät) und bringt es auch nicht über ihr Herz die Wahrheit zu verkünden, denn das schickt sich auch für eine SPD-Politikerin nicht.
Wieso können eigentlich unsere Politiker nicht einmal ehrlich ihre Fehler eingestehen und sagen “Ich habe einen Fehler gemacht”. Ich denke, dass die Menschen (Wähler) dies eher akzeptieren würden, als immer diese ewigen Lügen und Ausreden zu hören.
Fehler macht doch jeder und diese sich einzugestehen zeugt von wahrer Größe und würde die Politiker auch glaubhafter machen. Aber nein, sie lügen sich einen zu recht und glauben, dass das Volk dämlich ist.
Auf der anderen Seite verstehe ich sie auch, da sie sich keine Blöße geben dürfen und nach außen hin immer einen souveränen Eindruck vermitteln müssen. Und genau da liegt meiner Meinung nach ihr Fehler!
Wie wird man Spitzenkandidat in einer Partei? Ganz einfach, man passt sich an, versucht Mehrheiten zu gewinnen und dies muß man ab und zu auch mal mit einer Lüge erreichen. Jeder der eine Führungsposition inne hat weiß wovon ich rede. Nicht, dass man lügen will, nein manchmal muss man lügen um seinem Ziel näherzukommen.
Also gestehen wir doch auch unseren Politikern ein paar Lügen zu ohne diese im Unklaren darüber zu lassen, dass wir wissen, dass wir es merken…


