Finanzkrise Eurokrise und die Banken
30. Oktober 2011
Wenn ein Kind sich an einer heißen Herdplatte einmal verbrannt hat, dann weiß es für die Zukunft: “Aha, heiße Herdplatte nicht anfassen!”.
So könnte man also von einem Kleinkind lernen und wenn die Eurostaaten wie Deutschland und Frankreich dies beherzigen würden, dann könnte man sagen, dass wir eine lernfähige Regierung hätten. Aber weit gefehlt, es werden seit Wochen dieselben Fehler gemacht wie schon bei der letzten Finanzkrise aus dem Jahr 2008, bei der wir alle Begriffe wie systemisch oder alternativlos kennenlernen durften.
Nun versucht man uns den”freiwilligen” Verzicht der Banken auf ihre Forderungen als sensationellen Erfolg zu verkaufen, obwohl Bankexperten schon vor Wochen davon ausgingen, dass Deutsche Bank und Konsorten wohl auf ihren Inverstitionen sitzen bleiben würden. Inoffiziell hatten also die Banken, die griechische Papiere gekauft hatten, sich schon damit abgefunden und bereiteten sich darauf vor den Aktionären die bittere Wahrheit zu erklären.
Doch unsere saubere Regierung konnte sich gemeinsam mit der französischen Truppe auf einen Schuldenschnitt von 50% einigen – ja einigen, denn mit den Bankbossen mussten sich beide Regierungen einigen. Zwar verbreitete man in den Medien, dass Sarkozy und Merkel den Banken “entschieden” entgegentraten und sie dazu zwangen, nur wer glaubt das noch?
Man stelle sich folgendes vor:
Mir reichen die 1,5% Zinsen auf meinem Sparbuch nicht aus und ich gehe bewusst ins Casino und spiele Roulette mit 1.000 Euro Startkapital. Die erste Stunde verdiene ich richtig gut und freue mich wie ein Schneekönig und so spiele ich weiter, um aus meinen inzwischen 1.700 Euro noch mehr Kapital schlagen zu können. Doch dann wendet sich das Blatt und ich verliere nicht nur meinen Gewinn, sondern auch meine ursprünglichen 1.000 Euro.
Da ich aber ein guter Kunde bin und jede Menge Menschen kenne die Einfluß haben, einigt sich der Casinobesitzer mit mir und schlägt mir vor, ich solle doch von meinen 1.000 Euro Einsatz auf die Hälfte verzichten. Ich freue mich wieder wie ein Schneekönig, da ich nicht nur die 500 Euro zurückbekomme, sondern auch meinen Gewinn behalten darf.
Zugegeben, das ist eine Erklärung, die sehr abstrahiert ist aber sie trifft so ziemlich das, was in den letzten Wochen uns eingebrockt wurde und die anderen 500 Euro bezahlen natürlich die Casionoangestellten oder sonst wer. Mir doch egal, denn ich bin wichtig!


